Ein Bürgermeister für Waltershausen: Michael Brychcy kandidiert nicht mehr und fünf Nachfolger stehen am 26. Mai 2024 zur Wahl.

Blick auf das Stadtgebiet der Stadt Waltershausen aus nordnordöstlicher Richtung mit Stadtkirche, Markt, Schloss Tenneberg und Waldtor. Darin eingeblockt die Bürgermeister-Kandidaten im Uhrzeigersinn links oben beginnend: Steffen Fuchs, Sven Wiesenthal, Bastian Möller, Marco Wölk, Leon Graupner.

Waltershausen, die Kleinstadt im Westen des Landkreises Gotha mit reichlich Tradition und Nähe zum Thüringer Wald, hatte seit der Wende ein und denselben Bürgermeister: Michael Brychcy von der CDU. Zur Bürgermeisterwahl am 26. Mai möchte er nach so vielen gewonnenen Wahlen und so vielen Jahren im Amt nicht noch einmal kandidieren. Brychcy strebt stattdessen ein Mandat im Thüringer Landtag an.

Steffen Fuchs, Ortsteibürgermeister für Waltershausen-Schnepfenthal und seit mehr als zehn Jahren Mitglied im Stadtrat und Kreistag, kandidiert als Einzelkandidat für das Bürgermeisteramt in Waltershausen.

Die Nachfolge wird spannend. Fünf Kandidaten bewerben sich als Bürgermeister. Zu den bekannteren in der Runde gehört Steffen Fuchs. Er ist ruhendes Mitglied der Bündnisgrünen, tritt als Einzelkandidat an. Er wolle Bürgermeister für alle Waltershäuser sein, so der 53 Jahre alte Ministerialbeamte. Fuchs verzichtete darauf, sich um eine Nominierung auf den Listen der Partei für den Kreistag und für den Stadtrat Waltershausen zu bemühen, obwohl er dort sicher einen Platz bekommen hätte. Fuchs setzt alles auf die eine Karte, diese Bürgermeisterwahl zu gewinnen, denn er kann nicht gleichzeitig für das Bürgermeisteramt und das Amt des Ortsteilbürgermeisters seines Wohnortes Schnepfenthal-Rödichen kandidieren.

Beim Fototermin mit ihm treffen wir auf Michael Brychcy. Er begrüßt es, dass Steffen Fuchs kandidiert und verweist auf dessen langjährige kommunalpolitische Erfahrung. Fuchs ist seit 2009 Mitglied des Gothaer Kreistages und seit 2019 Vorsitzender seiner Fraktion. Er ist außerdem seit 2009 Mitglied des Waltershäuser Stadtrates und seit 2019 Ortsteilbürgermeister von Schnepfenthal-Rödichen. Auf Vorschlag der CDU wurde er zwei Mal zum Vorsitzenden des Ausschusses für Bau- und Umwelt gewählt, erinnert er. Er ist seit 2002 in der Leitung der evangelischen Kirche tätig und seit 2020 Präses der Kreissynode des Kirchenkreises Waltershausen-Ohrdruf, beides Ehrenämter.

Auch sein Haupterwerb hat schon immer einen engen Bezug zum Regionalen. Er war seit 1995 damit beschäftigt, Geld für die Landesentwicklungsgesellschaft den Vorschriften entsprechend bereitzustellen. Dies tat er in unterschiedlichen Ministerien, zunächst beim Innenministerium, dann beim Wirtschaftsministerium.

Regionale Wirtschaftsförderung mit Mitteln der Europäischen Union, des Bundes und des Freistaates sind auch heute noch eines seiner wichtigen Themen, jetzt im Leitungsbereich des Umweltministeriums.

Aus solchen Erfahrungen heraus sieht er pragmatisch auf die lokal- und regionalpolitischen Akzente, die er als Bürgermeister im Zusammenwirken mit dem Stadtrat zu setzen anstreben will. Wenn das Industriegebiet 5 in Waltershausen entsteht, müsse es einen Leitinvestor geben, der seinen Hauptsitz auch hier hat. Dann folgen positive Begleiteffekte durch weitere Ansiedelungen. Zum öffentlichen Personennahverkehr sagt Fuchs, er müsse konkurrenzfähig zum Auto sein. Dazu gehören kurze Taktzeiten. Nur dann würde auch die sehr teure Investition in ein erweitertes Schienennetz der Thüringer Waldbahn sinnvoll sein. Es könnte zum Industriegebiet 5 führen und dann über Langenhain und Bad Tabarz einen Ringschluss ermöglichen. Da alles geht natürlich nur mit dem Landkreis und dem Einverständnis der anderen an der Waldbahn beteiligten Kommunen.

Überhaupt sollten wir mehr regional als nur örtlich denken, unterstreicht Fuchs. Er blickt gedanklich nach Bad Tabarz. Dort wird der Veranstaltungsort Kukuna regelmäßig voll, dagegen gebe es im Gleisdreick in Waltershausen Reserven. Wir sollten da von den Nachbarn lernen und unbedingt kooperieren.

Grundsätzlich, sagt Steffen Fuchs, gehen für ihn Sachfragen vor Ideologie und Lagerbildung. Wer für Meinungsfreiheit ist, muss auch Vorschläge sachlich prüfen können, die aus einer Richtung kommen, die ihm personell vielleicht nicht so gefällt, so sein Credo.

Steffen Fuchs hat von 1991 bis 1994 die Fachhochschule der öffentlichen Verwaltung in Köln absolviert und als Diplom-Verwaltungswirt abgeschlossen. Ab 2005 studierte er berufsbegleitend Volkswirtschaftslehre an der Universität Jena und ist nun auch Wirtschaftswissenschaftler.

Hobbys sind die Pferde und das Reiten. Er hält 40 Hühner, rebhuhnfarbige Italiener. Steffen ist Mitglied im Feuerwehrverein seit 2018 und in der Sportgemeinschaft GuthsMuts Schnepfenthal seit 2020. Hobby ist auch die Kommunalpolitik. Das kann er sagen, da er sie Jahrzehnten ehrenamtlich betreibt. Er wohnt im Waltershäuser Ortsteil Schnepfenthal-Rödichen.

Mit Leon Graupner tritt ein junger, parteiloser Kandidat aus der Waltershäuser Stadtverwaltung an.

Mit Leon Graupner tritt ohne Partei-Unterstützung ein junger Kandidat aus der Verwaltung der Kleinstadt an. Graupner ist parteilos und wird zum Wahltag 26 Jahre alt sein. Er arbeitet seit 2019 im Bauamt der Stadtverwaltung Waltershausen im Bereich der Liegenschaften und ist auch in der Stadt aufgewachsen. „Ich hatte schon nach dem Abitur den Wunsch, für die Stadt zu arbeiten. Während meiner Arbeit lernte ich die Verwaltungswege kennen und den Umgang mit Problemen“, zitiert ihn die Tageszeitung „Thüringer Allgemeine“. Leon Graupner besuchte die Staatliche Grundschule „Friedrich Holbein“ Waltershausen, Staatliche Regelschule Waltershausen und legte das Abitur am Wirtschaftsgymnasium Gotha-Sundhausen ab. Er begann seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Stadtverwaltung Waltershausen im Jahr 2017 und schloss sie im Jahr 2019 ab. Seit 2021 weitet er berufsbegleitend seine Qualifikation an der Thüringer Verwaltungsschule in Weimar zum Verwaltungsfachwirt aus.

Seit 2019 ist er gemeinsam mit einer Kollegin für alle Grundstücksankäufe und -verkäufe der Stadt zuständig. Er kümmert sich u. a. um öffentliche Ausschreibungen von Grundstücken zum Verkauf, Beauftragung und Prüfung von Kaufverträgen, Wahrnehmung der Beurkundungstermine unter Bevollmächtigung des Bürgermeisters, Bestellung von Dienstbarkeiten, Abschluss von Gestattungsverträgen zur Sicherung der Rechte Dritter auf städtischen Grundstücken, Rangrücktrittserklärungen/Löschungsbewilligungen, Betreuung des Geoinformationssystem und der elektronischen Vergabe und vieles andere mehr bis zur Beschlussvorlage für den Stadtrat, berichtet er zusammenfassend.

Die sechs Kernpunkte seines Wahlprogramms konkretisiert er auf Nachfrage gern. Offene und ehrliche Kommunikation bedeute für ihn, nichts zu versprechen, was man nicht halten kann. Man muss sagen, warum etwas nicht geht, so der Kandidat. Kinder und Jugendliche weiter zu fördern und Freizeitmöglichkeiten für sie zu schaffen. Auch die Vereinsarbeit und die Unternehmen müssen unterstützt werden. Als positives Beispiel nennt er die Ausbildungs- und Jobbörse, die der Gewerbeverein schon mehrfach durchgeführt hat. Die Bergbühne in Fischbach und das Schwimmbad in Winterstein benötigen dringend Sanierungsmaßnahmen, für die noch die finanziellen Mittel geklärt werden müssen. Der neue Bürgermeister und der Stadtrat stehen bei der Klärung der finanziellen Mittel und den Fragen, ob und wie eine weitere Nutzung überhaupt möglich ist, vor großen Herausforderungen. Das kulturelle Angebot muss weitergeführt und ausgebaut werden. Er schlägt vor, neben dem traditionellen Stadtfest auch andere Veranstaltungen wie das frühere Kloßessen als Wettbewerb gegen eine andere Gemeinde zu organisieren. Dies könnte die Zusammenarbeit mit angrenzenden Gemeinden stärken. Auch die Vereine sollen bei der Organisation von Veranstaltungen mit eingebunden werden. Die Ausschreibung für kommunale Gebäude soll weiterhin so gestaltet sein, dass Bewerber ein Nutzungskonzept vorlegen und umsetzen müssen. Waltershausen habe viel Potenzial, durch die nahe Anbindung an die Autobahn 4 und die zentrale Lage in Deutschland. Gegenüber vom Sprachengymnasium in Waltershausen befinde sich der Fahrradübungsplatz. Dort sei seit Jahren die markierung verblasst. Graupner denkt, dass man auch mal darüber nachdenken sollte, dass dieses Gebiet entwickelt werden könnte. Beispielsweise als Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, indem man eine öffentliche Sportanlage errichtet (Multifunktionales Sportfeld: Volleyballfeld, Fußballkäfig, Basketball; Fitnessgeräte im Freien, Sitzmöglichkeiten), führt er auf.

So einige Beispiele aus dem, was er gemeinsam mit den städtischen Gremien, den Bürgern, den Vereinen, den Unternehmen und gemeinsam mit der Verwaltung gern entwickeln würde. Zum künftigen Industriegebiet 5 ist ihm bewusst, dass sich viel eine Anbindung der Waldbahn daran wünschen. Das würde er auch toll finden, so der Kandidat. Aber für solch ein Vorhaben ist ein Planfeststellungsverfahren nötig, erinnert er. Die Bahn würde die neue Ortsumfahrung um Wahlwinkel und die Verbindungsstraße Wahltershausen/ Wahlwinkel kreuzen. Die Kosten würden mit jeder weiteren Planung auch nicht weniger. Am Ende müsse soetwas auch von irgendjemanden finanziert werden. Er denkt, dass da eine Busanbindung vorstellbarer sei. Letzten Endes könne er die heiße Diskussion um das Industriegebiet zwar nachvollziehen, aber bis zur Umsetzung werde die kommende Legislaturperiode sehr wahrscheinlich vorbei sein, wodurch man ohnehin keinen unmittelbaren Einfluss nehmen könne. Wichtig sei auch, dass dieses Großprojekt nicht von der Stadt Waltershausen gemanaget wird, sondern über die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen läuft.

Leon Graupner ist ledig und hat keine Kinder. Seine Hobbys sind u. a. Sport und Fotografie. Weitere Informationen finden Sie auch auf seiner Webseite.

Bastian Möller tritt für die Partei „Alternative für Deutschland“ an.

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat Bastian Möller als Kandidat für das Bürgermeister-Amt in Waltershausen nominiert. Er hat Großhandel gelernt, ist nun in der Metallverarbeitung mit computergesteuerten Werkzeugmaschinen tätig, zuletzt in einer Waltershäuser Firma, und stellt dort Einzelteile her, muss seine Maschinen daher immer wieder neu programmieren. Sein Bezug zur Kommunalpolitik ergibt sich aus 15 Jahren Mitgliedschaft im Ortschaftsrat des Langenhains. Seit fünf Jahren ist er stellvertretender Ortsteil-Bürgermeister. Von 2019 bis 2023 war er berufener Bürger im Ausschuss für Kultur und Soziales des Stadtrates, gab diese Aufgabe aber letzten Winter ab. Am 21. Oktober hat ihn der Ortsverband Waltershausen – Emsetal der AfD als Bürgermeisterkandidat nominiert.

Bastian Möller legt Wert auf den Erhalt der Thüringer Waldbahn, aber eine Ausdehnung des Streckennetzes über Langenhain bis nach Bad Tabarz als zweiten Schienenstrang ist aus seiner Sicht nicht finanzierbar. Für das Geld mehr Busse einzusetzen erscheint ihm sinnvoller.

Das Industriegebiet 5, dessen Entwicklung nicht allein in der Hand der Kommune liegt, wird zum Nutzen oder Schaden abhängig davon, ob Investoren kommen. Allerdings hat er im Wahlkampf Leute kennengelernt und dabei ein Gespräch geführt, das drei Ansiedlungen in Aussicht stellte. Es ist also nicht hoffnungslos, sagt der Kandidat. Aber es kann auch zum Grab für Millionen Steuergeld werden.

Möller will nicht noch mehr Windenergie und auch keine Beeinträchtigung landwirtschaftlich oder zur Erholung nutzbarer Flächen durch Solarstrom-Felder. Was dort ins Stromnetz kommt, sei schwankend und der Ausgleich dieser Schwankungen führe zu immensen Kosten. Die Kommune solle sich gegen solche Vorhaben wie Windräder im Wald aussprechen.

Hortgebühren sollen stabil bleiben, das Schulessen weiter subventioniert und in der Qualität verbessert werden. Katastrophenschutz und der Feuerwehr sollen weiter unterstützt werden. Der Inselsberg müsse kein Freizeitpark werden, denn auch dies könne Steuermillionen versenken. Ein bezahlbarer Schritt wäre, die Straße auf den Inselsberg zu sanieren. Möglichst viel vom in Waltershausen erwirtschafteten Geld soll in der Kommune bleiben.

Bastian Möller möchte in jedem Ortsteil ein Bürgerhaus. Die Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber sollen geschlossen werden. Wessen Antrag abgelehnt ist, der muss gehen und die Anerkannten sollten dezentral untergebracht werden, um Integration zu erleichtern. Der Wohnungsbau sei zu unterstützen, die Innenstadt in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein zu beleben. Er wünscht sich Ausgewogenheit beim Einsatz der Ordnungsbehörden. Der Schwerpunkt sollte darauf liegen,Vandalismus zu unterbinden. Die Bergbühne Fischbach und das Schwimmbad Winterstein sollen bleiben. Kein weiterer Rückbau kultureller Einrichtungen und häufiger strittige Fragen durch Bürgerentscheide zu klären gehört auch zu seinen Zielen.

Bastian Möller ist 49 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder.

Die CDU nominierte Sven Wiesenthal für die Wahl zum Bürgermeister. Er ist Mitglieder der Christdemokraten.

Sven Wiesenthal widmet seinen Urlaub dem Wahlkampf um das Bürgermeister-Amt. Der 34 Jahre alte Polizist ist in Friedrichroda geboren und in Waltershausen aufgewachsen, hat in der industriell geprägten Kleinstadt im Westen des Landkreises Gotha Kindergarten, Grundschule und die Regelschule absolviert. Sein Abitur erwarb er beim Wirtschaftsgymnasium. Wiesenthal ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Der CDU-Ortsverband hat ihn bereits Ende 2023 als Kandidat nominiert.

Sven Wiesenthal ist seit 2013 Polizist. Im Oktober begann er eine Ausbildung für den mittleren Polizeivollzugsdienst. Er war bei der Bereitschaftspolizei und fünf Jahre im Einsatzstreifendienst, hat sich erfolgreich für ein Studium beworben und es als einer der Jahrgangsbesten abgeschlossen. Jetzt arbeitet er bei der Autobahnpolizei als Dienstgruppenleiter. Der Kontakt zu Helge Rau, einem langjährigen Mitglied der Christdemokraten, hat bei ihm das Interesse an der CDU geweckt. Mit 17 trat er ein. Er ist Beisitzer im Vorstand des Ortsverbandes Waltershausen und seit fünf Jahren Mitglied des Stadtrates in der Fraktion CDU/ FDP.

Ihm ist bewusst, dass auch ein Bürgermeister mit guten Idee die Unterstützung des Stadtrates braucht. Viele wegweisende Entscheidungen können nur dort getroffen werden. Bei den Anträgen kommt es aus seiner Sicht nicht darauf an, wer ihn einbringt, sondern ob der Antrag sinnvoll ist. Trifft das zu, können man immer dafür stimmen. Ansonsten gilt, so Wiesenthals Credo, dass für einen Kompromiss sich immer beide Seiten ein Stück bewegen müssen. Und oft braucht man noch weitere Partner wie zum Beispiel Fördermittelgeber, unterstreicht er.

Die Thüringer Waldbahn müsse unbedingt erhalten bleiben, stimmt er mit vielen anderen in der lokalen Politik überein. Eine Erweiterung des Liniennetzes mache aber erst dann Sinn, wenn das Industriegebiet 5 Waltershausen/ Hörsel erschlossen ist, die Umgehungsstraße um Wahlwinkel führt und die Industrie-Ansiedlungen da sind. Auch müsse man sehen, ob die Subventionen in vollem Umfang fließen. Es seien immerhin ein zusätzliches Industriegebiet von beachtlicher Größe und die Investition muss sich lohnen. Wiesenthal wirbt für ein Technologiezentrum, Bildung für den Maschinenbau, Forschung zugunsten alternativer Antriebstechniken, Softwareentwickler vor Ort. Das wäre etwas, junge Leute für die Region zu gewinnen.

Für ein Porträtfoto mag Sven Wiesenthal das Freizeitzentrum Gleisdreieck als Hintergrund, denn das Hobby Eishockey hat ihn in der Jugend geprägt. Vereinsarbeit sei ihm wichtig, betont der Kandidat. Wo immer man es befördern kann, sollten Vereine miteinander sprechen und herausarbeiten, wo etwas klemmt. Es gehe dabei nicht nur um die Unterstützung mit Geld, sondern auch um Organisatorisches.

Zur Energiewende sagt Wiesenthal: Ja, aber mit Augenmaß. Windräder in den Vorranggebieten Langenhain, Schwarzhausen, Sontra und Mechterstädt möchte kein Emsetaler, auch kein Waltershäuser.

In der Stadtverwaltung und im Stadtrat müsse in den nächsten Jahren lösungsorientiert gearbeitet werden, denn mit dem neuen Grundsteuergesetz und der Wärmeplanung kommen Probleme auf die Kommunen zu, betont Wiesenthal und hofft an der Lösung gut mitarbeiten zu können.

Die SPD nominierte ihr langjähriges Mitglied Marco Wölk.

Marco Wölk ist der Kandidat des Ortsvereins der Sozialdemokraten in Waltershausen. In der ehrenamtlichen Kommunalpolitik zählt er zum Urgestein. Seit 12 Jahren hat er ein Mandat im Waltershäuser Stadtrat inne und war die meiste Zeit Vorsitzender der Fraktion SPD / Bündnis 90 – Die Grünen, aktuell ist er Vorsitzender der SPD-Fraktion, da die Fraktionsgemeinschaft mit den Bündnisgrünen nicht mehr besteht. Marco Wölk ist gemeinsam mit seinen Kindern Chef einer Firma, die Automaten für Kaffee, andere Getränke und Snacks aufbaut und betreut. Gelernt hat er ursprünglich Bleiverglaser. Da war er einer von nur zwei Lehrlingen in der DDR. Zuvor hatte er zwölf Jahre lang ein Geschäft für Anglerbedarf geführt. Der 54jährige Wölk wandert gern, zum Beispiel in drei Tagen den Rennsteig in ganzer Länge, ist Hobby-Imker und paddelt und fotografiert, fährt Ski und Snowboard und taucht gern. Er ist mit einer Krankenschwester verheiratet, die im 3-Schicht-System arbeitet. Silberhochzeit war schon.

Marco Wölk will mit einem Wahlprogramm punkten, das 180 Punkte enthält. Viele davon sind allgemeine Aufforderungen, aber es enthält ebenso Konkretes. Mit der Überschrift „Tote wiederbeleben. Lebendige Innenstadt“ wird er deutlich und unterbreitet Vorschläge, wie zum Beispiel den Weihnachtsmarkt wieder in die Stadtmitte zu bringen und ihn mit der Schlossweihnacht zu verbinden. Ein Leerstands- und Brachflächenregister zu erstellen, ist ein weiterer Vorschlag. Wölk will Änderungsvorschläge städtischer Satzungen online zur Diskussion stellen, er wünscht sich eine gemeinsame Tourismuskonzeption für Waltershausen, das Emsetal und den Ortsteil Schnepfenthal, möchte ehrenamtliche Schloss- und Stadtführer gewonnen und ausgebildet sehen und die Ortsteile Fischbach, Winterstein und Schnepfental auf dem Weg zum einem Prädikat als staatlich geprüfte Erholungsorte unterstützt wissen. Den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr gönnt er Jahreskarten für die Waltershäuser Schwimmbäder und die Eisbahn im Freizeitzentrum Gleisdreieck. Er will das Industriegebiet mit dem Liniennetz der Waldbahnlinie 6 verbunden haben. Es soll einmal im Jahr einen Ehrenamtstag der Stadt geben. Zusammenfassend wünscht er sich ein „Wir-Gefühl“ in Waltershausen und den Ortsteilen.

Auch in der Kreisstadt Gotha gibt es diesmal eine spannende Oberbürgermeister-Wahl. Fünf Kandidaten wollen es werden. Von der Podiumsdiskussion im Hotel Lindenhof wurde durch „Oscar am Freitag“ ein Video erstellt.

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