Museum bleibt geschlossen, Schmiedehämmer schlagen trotzdem.

Das Schmiede- und Metallgestaltertreffen währt vom 31. August bis zum 5. September 2026. Jeweils von 10 bis 15 Uhr sind Teile der Anlage so weit zugänglich, dass eine begrenzte Zahl Interessierter den Künstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen kann, soweit ein angemessener Sicherheitsabstand eingehalten wird. Der 2. September wird der Tag des Lehrlings sein. Auszubildende aus den Unternehmen Hirschvogel Eisenach und Thüringer Stahlwerke können dort unter Anleitung von Schmiedemeister Holger Haase aus Weimar im historischen Umfeld arbeiten. Am Folgetag gibt es das Schülersymposium. Gymnasiasten aus dem Ohrdrufer Gymnasium „Gleichense“ werden dort mit den Materialien und der Bearbeitung vertraut gemacht.
Am Samstag, dem 5. September um 11 Uhr gibt es die feierliche Abschlusspräsentation im Skulpturenpark des technischen Denkmals. Paul Rosbander aus Gräfenroda, Paul Kreten aus Bekond an der Mosel, Richard Rulf aus Chotěboř (Tschechien), Vlastimil Krejci aus Humpolec (Tschechien) und Michal Kačmár (Slowakei) zeigen dann, was sie im Verlauf des Symposiums geschaffen haben. Schirmherr der Veranstaltung ist der Thüringer Innenminister Georg Maier (SPD). Der Handzettel zum Metallgestalter-Symposium führt 21 Sponsoren und Unterstützer auf, darunter viele Unternehmen aus der Region, Banken, Stadt- und Landkreis Gotha sowie die thüringische Staatskanzlei. Der Eintritt ist unentgeltlich. Es wird um Spenden zum Erhalt und der baldigen Wiedereröffnung des Tobiashammers gebeten. Ein Termin für die Wiedereröffnung steht noch nicht fest, doch die Stadt Ohrdruf engagiert sich im Rahmen der Möglichkeiten. So wurden Dächer und Schmiedeöfen saniert und die Großdampfmaschine, die einst 1200 PS leistet, wieder gangbar gemacht, mit einem Elektromotorantrieb. Der nächste Arbeitsschritt wird eine Gründungs- und Tragwerksanierung an einem Schornstein und einem Schornsteinhaus sein. Das Gerüst steht bereits.
Im Verlauf des Symposiums können zwei historische Drucklufthämmer und alte Schmiedeöfen genutzt werden. Die einst per Wasserrad betriebenen Schlagwerke sind nicht im Einsatz, da das Gebäude noch saniert werden muss und der Mühlgraben kein Wasser führt. Das Ambiente einer historischen Schmiedewerkstatt ist für die Teilnehmer dennoch erlebbar. Über 100 Werke, die in den vergangenen 40 Symposien entstanden, stehen unter anderem im Skulpturenpark, vor der Lutherkirche und dem Lutherbrunnen in Tambach-Dietharz, vor der Trinitatiskirche, an der Heuwaage, am Michaeliskirchturm und im Schlosspark in Ohrdruf. Mit von den Schülern geschaffenen Werken entsteht am Gymnasium Gleichense ein zweiter kleiner Skulpturenpark. Der Verein Tobiashammerforum Ohrdruf hat 25 Mitglieder im Alter von 60 Jahren und mehr. Vorsitzender ist der Crawinkler Ortsteil-Bürgermeister Heinz Bley (CDU).