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In der RegionPolitikWirtschaft konkret

In Waltershausen gegen den Abschwung

Im Gewerbegebiet Waltershausen geht es nicht mehr allen Unternehmen gut. Das gilt auch für die Gewerbegebiet der Ortsteile.
Blick auf das Gewerbegebiet Waltershausen von oben. Dort geht es nicht mehr allem Unternehmen gut. Das gilt auch für die Gewerbegebiete der Ortsteile

Wirtschaftsgipfel für neue Ideen und Strukturen

„Sämtliche wirtschaftlichen Indikatoren zeigen nach Jahren weiterhin in eine negative Richtung, vor allem die aus der Automobilindustrie, aber auch zunehmend im Maschinenbau ..“ schreibt Prof. Dr.-Ing. Christian Döbel in seiner internen Einladung der Waltershäuser Gewerbevereins zum Wirtschaftsgipfel am 17. Januar im Ade-Saal des Hako-Werkes in Waltershausen. Das Werk in der Industriestraße 3 stellt den Multicar her, ein Fahrzeug für vielfältige Zwecke vom Transport bis zu Reinigung schmaler Wege, das schon zu DDR-Zeiten weltweit exportiert wurde. Der Saal wurde nach dem Ingenieur Arthur Ade benannt, der den Standort 1920 begründete.

Dort hat man auch heute volle Auftragsbücher, aber das ist nicht überall in und um Waltershausen so. Der Continental-Konzern baut massiv Arbeitsplätze ab. Der Prototypen-Hersteller „ModellTechnik Rapid Prototyping GmbH“ hat bereits Stellen reduziert, andere Unternehmen in den Gewerbegebieten der Stadt haben Kurzarbeit angemeldet oder beklagen zumindest einen Rückgang beim Auftragseingang. „Beide Wirtschaftszweige (Automobil und Maschinenbau – d.A.) sind allerdings tragende Säulen der Wirtschaft und nicht zuletzt auch der Gesellschaft der Stadt Waltershausen. Neben dem massiven drohenden Verlust von Wertschöpfung und damit Arbeitsplätzen und Wohlstand kann ein weiterer Abschwung auch zu sozialen Verwerfungen in der Stadt führen“, so Döbel weiter.

Dem entgegen zu wirken sollen Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Vorschläge erarbeiten. Als eine erste Handreichung macht er mit Medizin-, Wehr- und Softwaretechnik die drei weltweit am stärksten wachsenden Branchen aus. Kompetenzen, Maschinen und Anlagen am Wirtschaftsstandort Waltershausen sollen dazu gezielt eingesetzt und mit neu zu erwerbenden einschlägigen Fähigkeiten angereichert werden, um neue Produkte zu entwickeln und herzustellen.

Dazu müssten die lokalen Parlamente und gewählten Verwaltungsorgane Infrastruktur einfordern, Schulen und Hochschulen das nötige Know-How erforschen und ausbilden, politische Entscheider die beschlossenen Konzepte umsetzen und Unternehmen sich in einigen Bereichen der Wertschöpfung zusammenschließen um gemeinsam neue Produkte, Produktionen und Innovationen zu generieren. Außerdem sollen indirekt nachgelagerte Wirtschaftszweige wie Handwerk, Gastronomie und Einzelhandel in der Innenstadt gefördert und die Außenwirkung der Stadt Waltershausen an sich verbessert werden.

Döbel wünscht unter anderem ein Technologie- und Gründerzentrum, das Fördermittel zentral aquiriert, Wertschöpfungsketten mit den Unternehmen erstellt und Aufträge in den Bereichen Wehr-, Medizin und Softwaretechnik beschafft sowie die Gründung und Ausgründung von Start-Ups unterstützt und gezielt Unternehmen anwirbt. Es solle ein Tochterunternehmen der Stadt Waltershausen und des Landkreises mit einer Stelle werden und für private Beteiligungen offen sein. Dazu seien wenn das Konzept vorgestellt ist ein Stadtrats- und ein Kreistagsbeschluss nötig.

Außerdem sollen ein Campus für künstliche Intelligenz und ein Wertschöpfungsnetzwerk „Defence“ (Verteidigung) entstehen, Forschungskompetenzen in Wehr-, Medizin- und Softwaretechnik aufgebaut werden, der Standort für die Ansiedelung von Software-Unternehmen attraktiver werden. Netzwerke zwischen Unternehmen und Schulen aufgebaut oder wiederbelebt werden.

Hinzu kämen gemeinsame Auftritte auf Messen, überregionale Zusammenarbeit und Kultur, um Attraktivität und Reichweite zu steigern.

Der Wirtschaftsgipfel ist für weitere Ideen offen. Er endet um 16.30 Uhr mit einer Pressekonferenz zur Bekanntgabe erster Beschlüsse.