Das Projekt Käserei am Radweg ist in Gefahr

Tod des Partners erschwert Umsetzung. Bisher kein Imbiss-Angebot direkt am Nessetal-Radweg

Die Lage direkt am Nessetal-Radweg ist ideal. Doch noch braucht es Unterstützung, damit ein Angebot entsteht, das den Radweg noch attraktiver machen würden.

Friedrichswerth
Seit der Imbiss direkt am Nessetal-Radweg in Brüheim geschlossen ist, gibt es westlich von Molschleben erst in der Gaststätte „Propeller“ die Möglichkeit zum Einkehren. Essen und Trinken direkt am Radweg in Friedrichswerth erwerben und dort Platz nehmen zu können, wäre eine Aufwertung des Radweges. Dies und vieles andere bewog vor Jahren Fred Brömme und seine damalige Ehefrau, den ehemaligen Bahnhof Friedrichswerth in den Blick zu nehmen. Eine Käserei samt Imbiss sollte entstehen. Der Bahnhof liegt unmittelbar am Radweg, denn der Radweg wurde auf dem Damm der ehemaligen Eisenbahnstrecke
Bufleben — Großenbehringen, der Nessetal-Bahn, angelegt.

Das Gebäude mit der Adresse Am Bahnhof 95 steht in der Liste der Kulturdenkmale im Nessetal. Fred Brömme hatte schon 2013 einen Blick darauf geworden, dort einen Platz für seine Leidenschaft, die Herstellung qualitativ hochwertigen Käses, zu finden. Er begann später den Ausbau, der damit zugleich das Kulturdenkmal bewahrt. Zunächst wurden die Dächer saniert, später auch mit Hilfe des europäischen Förderprogramms „LEADER“ Geräte zur Käseherstellung erworben.

Doch der Umbau verlief nicht so schnell wie ursprünglich geplant. 2017 verstarb Fred Brömmes Ehefrau. Er sei nahe daran gewesen, das Projekt aufzugeben, schreiben Freunde der Mutter Freds in einer Broschüre, die für die Käserei am Radweg wirbt. Erst als mit Christina Jacob eine Frau mit gleicher Lebensphilosophie in sein Leben trat, ging es weiter. Es entstand eine Fläche vor dem Gebäude, die zum Verweilen einladen soll, wenn das Projekt fertig ist. Ziegen, ursprünglich auch als Milchlieferanten vorgesehen, bekamen gegenüber des roten Klinkerbaus auf der anderen Seite des Radweges ein zu Hause. Der Ausbau ging weiter und es entstanden die ersten bewohnbaren Zimmer. Im Garten sollten Kräuter für die Verfeinerung des Käses wachsen. Eine Lehrküche war geplant. Im einem neben dem Gebäude abgestellten alten Eisenbahn-Personenwaggon sollten Übernachtungsmöglichkeiten für Radfahrer entstehen. Doch im Juli 2023 verstarb Fred Brömme völlig unerwartet nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 54.

Die Technik für die Käseherstellung hat Christina Jacob schon, doch damit ihre Idee Wirklichkeit wird, muss das Gesamtkonzept umgesetzt werden.
Christina Jacob hat bereits einen Grundkurs für Michverarbeitung absolviert und bereitet sich darauf vor, selbst Käse herzustellen. Doch zunächst soll der Hofladen fertiggestellt werden, um Käse aus befreundeten Molkereien zu verkaufen.

Christina Jacob will das Projekt nicht aufgeben, allerdings würde es nur im Ganzen funktionieren und bedingt ein Gesamtkonzept mit Hofladen, Vermarktung von eigens produzierten Milchprodukten und dem Weiterverkauf aus befreundeter Käserei und regionaltypischen Produkten. Auch ist die Verbesserung der Außenanlagen geplant. Entstehen sollen außerdem eine Schulungsküche mit Gäste-WC, Praxisräume für Lebensberatung und Entspannungstherapie und Übernachtungsmöglichkeiten in einem Eisenbahnwaggon. Im Dachgeschoss soll weiterer Wohnraum geschaffen werden. Christina Jacob bietet bereits unter dem Namen „lebe im Gleichgewicht“ unter anderem Kräuterwanderungen und Kurse an. Sie könnten mit einem Käse-Imbiss am ehemaligen Bahnhof ausklingen.

Doch damit das Projekt, unter anderem um den Radweg attraktiver zu machen, verwirklicht wird, braucht sie Hilfe. Die Unterstützung aus dem Nessetal-Ort Friedrichswerth sowie von Freunden und Familie ist schon da. Die Kirmes-Gesellschaft hat ihr in kurzer Zeit einen Zaun gesetzt, Christian Zachow, Inhaber der „BMZ Landschaftsgestaltung Hörselgau“ aus Fröttstädt, hat eine Treppe zur leicht erhöhten Fläche für das Imbiss-Angebot im Freien gebaut und ein Heiko Stipek, Ortsteil-Bürgermeister aus dem Nachbarort Bufleben und Inhaber der „Estrichbau GmbH & Co KG“, ebenfalls zur Gemeinde Nessetal gehörend, bietet eine unentgeltliche Einbauleistung an. Er hatte bereits zuvor Estrich im Verkaufsraum und der Käserei sachgerecht ausgebracht und kennt daher das Projekt gut.

Dafür sei sie sehr dankbar und so etwas mache Mut, sagt die junge Frau. Doch anderes an Material und Leistungen muss Jacob kaufen. Die Spendenaktion findet sich deshalb unter spendenaktion.de. Es reicht, in das Suchfeld Friedrichswerth einzugeben. Wer das Portal, dass laut Christina Jacob bisher zuverlässig gearbeitet hat, nicht nutzen und direkt helfen möchte, kann die Kontonummer IBAN DE 65 8206 4038 0000 3869 44 bei der „VR Bank Westthüringen“ verwenden. Es wird gebeten, „Wir wollen helfen“ als Verwendungszweck einzutragen. Kontoinhaberin Christina Jacob versichert, alle Spenden in das Projekt zu stecken und darüber Nachweis zu führen. Die Spendenaktion selbst riefen gute Freunde der Familie Brömme in den für Jacob sehr schweren Tagen nach dem Tod des Partners ins Leben.

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Spenden für die Kirche in Wölfis

Blick auf die Kirche St. Crucis in Wölfis
Die Kirche St. Crucis hat eine wertvolle Ratzmann-Orgel, die zurzeit restauriert wird.

Wölfis
Beeindruckend ist der Blick in das Kirchenschiff der St.-Crucis-Kirche im Ohrdrufer Ortsteil Wölfis. Doch es ist noch viel zu tun. in und am sakralen Gebäude im Ortskern vieles so wiederherzustellen, wie es einst mal war. Der Zahn der Zeit nagte reichlich am dem Bauwerk von 1736.
Noch immer engagiert sich der Gemeindekirchenrat für die Restaurierung der imposanten Ratzmann-Orgel mit ihren 28 zum Teil seltenen Registern, stellt immer wieder Förderanträge und sammelt Spenden. Die Orgel ist ausgebaut und große Teile ihres Inneren liegen in den Werkstätten der Orgelbau Waltershausen GmbH. Dort werden Pfeifen vorintoniert. Die endgültige Intonierung erfolgt nach dem Einbau, unter anderem da sich die Pfeifen dann gegenseitig im Klang beeinflussen können. So erläutert Orgelbaumeister und zugleich einer der beiden Geschäftsführer Joachim Stade den Prozess.

Claudia Hemmling, Jörg Krieglstein, Gunar Rolapp und Ursula Rolapp (von links nach rechts) sprechen über die Varianten der Unterstützung durch die Sparkassen-Regionalstiftung.

Die Orgelsanierung inklusive Umfeldarbeiten wird am Ende 222.000 Euro gekostet haben, wird geschätzt. Sie umfasst auch den Umtausch der Pfeifen-Attrappen gegen echte Zinnpfeifen.
1917 war das Zinn für Kriegszwecke benötigt worden. Umso größer die Freude über einen Besuch des Sparkassen-Chefs für den Kreis Gotha, Jörg Krieglstein und Abteilungsdirektorin Claudia Hemmling. Krieglstein ist zugleich Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Regionalstiftung der Kreissparkasse Gotha. Da auch mithilfe der Vergabe von Pfeifen-Patenschaften Geld einkommen soll, die Ratzmann-Orgel künftig wieder in ganzer Fülle erklingen lassen zu können, übernimmt die Stiftung für 5000 Euro eine dieser Patenschaften. Diese Patenschaften sind zum Teil auch zu deutlich geringeren Spenden zu haben. Wer spendet, kann seinen Namen auf einer der neuen Pfeifen eingravieren lassen. Damit dies auch sichtbar ist, gibt es außerdem den Eintrag auf einer Tafel. Für die Unterstützung in Wölfis haben sich auch Landrat Onno Eckert und Ohrdrufs Bürgermeister Stefan Schambach (beide SPD) eingesetzt, berichtete Krieglstein. Eckert ist Vorsitzender, Schambach Mitglied des Stiftungsrates. Darüber hinaus soll, diesmal direkt durch die Sparkasse, ein Benefizkonzert mit dem bekannten Gothaer Kirchenmusikdirektor und Organisten Jens Gollhardt unterstützt werden. Erster Orgelpate ist Hans Umbreit, einer der dienstältesten Organisten. Er spielt seit 75 Jahren. Für 1000 Euro übernahm er eine Pfeifen-Patenschaft.

Wölfis
Beeindruckend ist der Blick in das Kirchenschiff der St.-Crucis-Kirche im Ohrdrufer Ortsteil Wölfis, doch es ist noch viel zu tun, im und am sakralen Gebäude im Ortskern vieles so wiederherzustellen, wie es einst mal war. Der Zahn der Zeit nagte reichlich am dem Bauwerk von 1736. 
Noch immer engagiert sich der Gemeindekirchenrat für die Restaurierung der imposanten Ratzmann-Orgel mit ihren 28 zum Teil seltenen Registern, stellt immer wieder Förderanträge und sammelt Spenden. Die Orgel ist ausgebaut und große Teile ihres Inneren liegen in den Werkstätten der Orgelbau Waltershausen GmbH. Dort werden Pfeifen vorintoniert. Die endgültige Intonierung erfolgt nach dem Einbau, unter anderem da sich die Pfeifen dann gegenseitig im Klang beeinflussen können. So erläutert Orgelbaumeister und zugleich einer der beiden Geschäftsführer Joachim Stade den Prozess. 

Die Orgelsanierung inklusive Umfeldarbeiten wird am Ende 222.000 Euro gekostet haben, wird geschätzt. Sie umfasst den auch Umtausch der Pfeifen-Attrappen gegen echte Zinnpfeifen. 
1917 war das Zinn für Kriegszwecke benötigt worden. Umso größer die Freude über einen Besuch des Sparkassen-Chefs für den Kreis Gotha, Jörg Krieglstein und Abteilungsdirektorin Claudia Hemmling. Krieglstein ist zugleich Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Regionalstiftung der Kreissparkasse Gotha. Da auch mithilfe der Vergabe von Pfeifen-Patenschaften Geld einkommen soll, die Ratzmann-Orgel künftig wieder in ganzer Fülle erklingen lassen zu können, übernimmt die Stiftung für 5000 Euro eine dieser Patenschaften. Diese Patenschaften sind zum Teil auch zu deutlich geringeren Spenden zu haben. Wer spendet, kann seinen Namen auf einer der neuen Pfeifen eingravieren lassen. Damit dies auch sichtbar ist, gibt ausserdem den Eintrag auf einer Tafel. Für die Unterstützung in Wölfis haben sich auch Landrat Onno Eckert und Ohrdrufs Bürgermeister Stefan Schambach (beide SPD)  eingesetzt, berichtete Krieglstein. Eckert ist Vorsitzender, Schambach Mitglied des Stiftungsrates. Darüber hinaus soll, diesmal direkt durch die Sparkasse, ein Benefizkonzert mit dem bekannten Gothaer Kirchenmusikdirektor und Organisten Jens Gollhardt unterstützt werden. Erster Orgelpate ist Hans Umbreit, einer der dienstältesten Organisten. Er spielt seit 75 Jahren. Für 1000 Euro übernahm er eine Pfeifen-Patenschaft. 

Viele weitere Reparaturarbeiten stehen für die Kirche an. Die Orgelsanierung betrifft auch deren Umfeld und den Orgel-Prospekt. Nach dem Ausbau der Orgel zeigten sich bröckelnder und mit Hohlräumen durchzogener Putz. Am 19. Februar 2022 implodierte durch Sturm das erste der oberen Turmfenster.  Das Zwillingsfenster daneben war seit den achtziger Jahren abgedeckt, um zu vermeiden, dass die Lederumhüllungen der Blasebälge und der Züge durch die Sonne altern. Hinter der Abdeckung zeigte sich dann ein Schaden an diesem Fenster. Es wäre verantwortungslos gewesen, dies nicht gleich mit zu erneuern, gibt Ursula Rolapp vom Gemeindekirchenrat zu bedenken. Deckleisten über der Orgel wurden mit bereits in der Kirche gelagertem historischem Holz erneuert, damit künftig kein Dreck auf die Orgel rieselt. 

Auch sind Stuckteile an der Decke der ersten Empore zu erneuern. Daran arbeitet zur Zeit eine die Restauratorin Annemarie Grimm aus Arnstadt. In einer Erfurter Werkstatt wird gerade der einzigartige Taufengel der Kirche durch Heike Glaß restauriert. 

St. Crucis hat Erkerfenster. Die Erker wurden 1983 entfernt, um das Dach einfacher abzudichten. Die Kirche sei daraufhin innen sehr dunkel gewesen, erinnert sich Gunar Rolapp, ein Gemeindemitglied, das auch selbst viele Arbeiten in der Kirche übernimmt. In den neunziger Jahren wurden die Erker wieder neu gebaut, um den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Doch inzwischen haben zwei davon Schäden, wie sich beim ersten neuen Anstrich seit den neunziger Jahren zeigte.

In die Höhe muss auch noch ein inzwischen neu fertiggestelltes zweites Zifferblatt der Turmuhr. Das alte Zifferblatt war ebenfalls durch den Sturm beschädigt. 

So kommen in jedem Bauabschnitt - allein für die Orgel sind es vier - unerwartete Kosten hinzu, berichtet Ursula Rolapp. Deshalb sammelt der Gemeindekirchenrat weiterhin Spenden. Wer helfen möchte, kann unter dem Verwendungszweck „Ratzmann-Orgel Wölfis“ an die Evangelische Kirchgemeinde Wölfis auf IBAN DE 28 8206 4038 0000 2906 10  (VR Bank Westthüringen) spenden. Wer Spendenquittung möchte, sollte bitte zusätzlich zum Verwendungszweck Name und Wohnanschrift vermerken. 

Unter dem Verwendungszweck „Engel“ ist unter der selben Bankverbindung auch eine Unterstützung der Restaurierung des Taufengels der Kirche möglich. Wer Pate einer Orgelpfeife werden möchte, gibt als Verwendungszweck (Kennwort) „Pfeifenpatenschaft“ an. Die Beträge in Euro richten sich danach, auf welcher Pfeife die Inschrift mit dem Namen des Spenders eingraviert und damit für die Nachwelt erhalten bleiben soll.
Blick auf den Orgelprospekt. Noch fehlt dahinter die Orgel.

Viele weitere Reparaturarbeiten stehen für die Kirche an. Die Orgelsanierung betrifft auch deren Umfeld und den Orgel-Prospekt. Nach dem Ausbau der Orgel zeigten sich bröckelnder und mit Hohlräumen durchzogener Putz. Am 19. Februar 2022 implodierte durch Sturm das erste der oberen Turmfenster. Das Zwillingsfenster daneben war seit den achtziger Jahren abgedeckt, um zu vermeiden, dass die Lederumhüllungen der Blasebälge und der Züge durch die Sonne altern. Hinter der Abdeckung zeigte sich dann ein Schaden an diesem Fenster. Es wäre verantwortungslos gewesen, dies nicht gleich mit zu erneuern, gibt Ursula Rolapp vom Gemeindekirchenrat zu bedenken. Deckleisten über der Orgel wurden mit bereits in der Kirche gelagertem historischem Holz erneuert, damit künftig kein Dreck auf die Orgel rieselt.

Auch sind Stuckteile an der Decke der ersten Empore zu erneuern. Daran arbeitet zur Zeit eine die Restauratorin Annemarie Grimm aus Arnstadt. In einer Erfurter Werkstatt wird gerade der einzigartige Taufengel der Kirche durch Heike Glaß restauriert.

St. Crucis hat Erkerfenster. Die Erker wurden 1983 entfernt, um das Dach einfacher abzudichten. Die Kirche sei daraufhin innen sehr dunkel gewesen, erinnert sich Gunar Rolapp, ein Gemeindemitglied, das auch selbst viele Arbeiten in der Kirche übernimmt. In den neunziger Jahren wurden die Erker wieder neu gebaut, um den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Doch inzwischen haben zwei davon Schäden, wie sich beim ersten neuen Anstrich seit den neunziger Jahren zeigte.

In die Höhe muss auch noch ein inzwischen neu fertiggestelltes zweites Zifferblatt der Turmuhr. Das alte Zifferblatt war ebenfalls durch den Sturm beschädigt.

So kommen in jedem Bauabschnitt – allein für die Orgel sind es vier – unerwartete Kosten hinzu, berichtet Ursula Rolapp. Deshalb sammelt der Gemeindekirchenrat weiterhin Spenden. Wer helfen möchte, kann unter dem Verwendungszweck „Ratzmann-Orgel Wölfis“ an die Evangelische Kirchgemeinde Wölfis auf IBAN DE 28 8206 4038 0000 2906 10 (VR Bank Westthüringen) spenden. Wer eine Spendenquittung möchte, sollte bitte zusätzlich zum Verwendungszweck Name und Wohnanschrift vermerken.

Unter dem Verwendungszweck „Engel“ ist unter der selben Bankverbindung auch eine Unterstützung der Restaurierung des Taufengels der Kirche möglich. Wer Pate einer der neuen Orgelpfeifen werden möchte, gibt als Verwendungszweck (Kennwort) „Pfeifenpatenschaft“ an. Die Beträge in Euro richten sich danach, auf welcher Pfeife die Inschrift mit dem Namen des Spenders eingraviert und damit die gute Tag für die Nachwelt lesbar bleiben soll, denn die wieder herzustellenden Register enthalten größere und kleiner Pfeifen. Die Beträge beginnen bei 50 Euro und enden bei 1000 Euro. Mehr kann selbstverständlich gern gespendet werden. Auskünfte zur Patenschaft gibt es unter woelfis@suptur.de.

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Thüringer Liberale tagen in Friedrichroda und stehen zu Thomas L. Kemmerich

Die thüringer Freien Demokraten tagten in Friedrichroda

 

Ein Saal im Ahorn-Berghotel Friedrichroda war der Tagungsort.

 

Friedrichroda
Thomas L. Kemmerich ist wieder Spitzenkandidat der Liberalen für nächste Landtagswahl in Thüringen, die thüringer Delegierten zum Europaparteitag der FDP sind gewählt und Anträge unterbreiten konkrete Vorschläge, zum Beispiel dem Stundenausfall an Schulen und einem Wettbewerbsnachteil einheimischer Transportunternehmen zu begegnen. So die Ergebnisse des 42. ordentlichen Landesparteitages der Freien Demokraten Thüringen. Weit über 100 Liberale und Gäste hatten sich dazu in einem Konferenzsaal des Ahorn-Berghotel in der heilklimatischen Kurstadt am Samstag, dem 21. Oktober 2023 zusammengefunden.

Prof. Dr.-Ing Christian Döbel begrüßte als Vorsitzender des Gothaer Kreisverbandes die Teilnehmer des Landesparteitages, später erörterte er zwei Anträge.

 

Das Grußwort des Kreisverbandes Gotha hielt Prof. Dr.-Ing. Christian Döbel. Er sprach Grundsätze liberalen Handels an. Aufgabe sei die Klärung des Verhältnisses zwischen Staat und seinem Bürger.
Wir drehen als einzige Partei den Spieß herum und erklären, die Bürger könnten auch ohne Staat leben. Sie ermächtigen und befähigen den Staat, seine Aufgaben zu erfüllen, in dem sie begrenzt Rechte abgeben, aber es sei nicht so, dass der Staat die Bürger an die Hand nehmen soll und für sie „sorgt“, so sinngemäß der liberale Kreisvorsitzende.
Die FDP biete konkrete Problemlösungen an, die anders seien als die Angebote von Linke, SPD, Grüne, CDU und AfD. Er freue sich auf den Wahlkampf.

Die Grundsatzrede hielt der Landesvorsitzende Thomas L. Kemmerich. Er kritisierte die amtierende Thüringer Minderheitsregierung scharf, unter anderem für den Griff in die Rücklage zur Finanzierung des Haushalts und die trotzdem bestehenden Lücken. Eine Abstimmung, Kemmerich als Spitzenkandidat der Liberalen in die nächste Landtagswahl 2024 zu schicken entschied er mit über 96 Prozent der abgegebenen Stimmen für sich.

Jörg Thier, der Schatzmeister des gastgebenden Gothaer Kreisverbandes gratuliert Thomas L. Kemmerich (links) zu seinem hervorragenden Wahlergebis.

 

Der Parteitag bestimmte Annett Hänel und den Landesvorsitzenden der Jungen Liberalen, Christopher Hubrich, zu den Kandidaten der Thüringer FDP zur Europawahl.

Behandelt werden sollten zwölf Anträge zu Inhalten liberaler Politik, davon 5, die zu einem vorangegangenen Parteitag bereits zur Debatte standen. Ein weiterer Antrag zum Nahen Osten, kurzfristig vom Landesvorstand eingebracht, kam hinzu. Es wird üblicherweise erst über die Reihenfolge der Anträge abgestimmt. Das führte auch diesmal dazu, daß einige Anträge wieder aus Zeitgründen nicht mehr diskutiert werden konnten. Mit nur zwei Enthaltungen angenommen wurden der Antrag „Solidarität mit Israel – kein Platz für Antisemitismus“. Er enthält acht Maßnahmen, die mit dem Satz enden: „Wer Terror gegen Israel feiert, hat in Deutschland nichts verloren.“ Die Vertreter der FDP im Landtag, im Bundestag und im Europaparlament sollen sich für den Antragsgegenstand einsetzen.

Die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands ist Inhalt weiterer Anträge, die meist einstimmig oder mit sehr deutlicher Mehrheit wie eingereicht oder mit kleineren Änderungen angenommen wurden. Die FDP wendet sich gegen den Zeitpunkt der geplanten Maut-Erhöhung zum 1. Dezember 2023. Sie soll auf den 1. Januar 2026 verschoben werden. In dem Gesetz stehe auch die Erweiterung der Maut um eine CO2-Komponente. Die FDP will hier eine Doppelbelastung durch den CO2-Preis ausgeschlossen sehen. Außerdem sollen moderne LKW, die die Euro-Norm 6 erfüllen, weniger stark belastet und dafür ältere stärker belastet werden. Die Einnahmen sollen ausschließlich dem Ausbau der Straßeninfrastruktur dienen, so einige Punkte des Antrages. Die Wettbewerbsposition einheimischer Transportunternehmen werde bei Umsetzung der gegenwärtigen Fassung verschlechtert, da ausländische Transportunternehmen in der Regel nicht in Deutschland tanken, wird erinnert. Thüringen soll sich im Bundesrat gegen die Erhöhung einsetzen.

Erfolg hatte auch der Kreisverband Gotha mit seinem Antrag, Hochschulpersonal an Schulen einzusetzen. Christian Döbel brachte den Antrag ein und nannte Beispiele der gelungenen Umsetzung einer solchen Praxis. Trotz zweier Gegenreden, die auf die jetzt schon hohe Belastung des mittleren akademischen Personals verwiesen, wurde der Antrag mit nur 11 Gegenstimmen angenommen. Ähnliches gilt für einen Antrag, Unternehmen höhere Freibeträge und im Insolvenz-Verfahren höhere Pfändungsfreibeträge zu gewähren. Dies sei die Anpassung an das Bürgergeld, wurde in der Diskussion sinngemäß erinnert. Alle weiteren Anträge wurden an den Landesvorstand verwiesen. Dazu zählte auch jener, den polytechnischen Unterricht in Thüringen wieder verbindlich einzuführen.

 

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Rückblick auf das Herbstfest in Friedrichroda mit den Thüringer Bergteufeln

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Friedrichroda ist ein besonderer Ort im Landkreis Gotha. „Heilklimatischer Kurort Premium-Class“ lautet der Titel. Seine wichtigste Bedingung ist saubere Luft. Die gibt es in und um Friedrichroda. Man spürt es schon, wenn man aus urbaneren Regionen kommt und aus dem … Weiterlesen

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Gothas 1. Weinfest war ein voller Erfolg

 

Gotha
Einen vollen Erfolg nennt der Vorsitzende des Gothaer Gewerbevereins, Andreas Dötsch, das 1. Gothaer Weinfest auf dem Buttermarkt am 9. und 10. Juni. Die Gastronomen seien mit dem Umsatz glücklich, nimmt er an, wobei der Freitag noch mehr Publikum hatte. Sportereignisse und der Thüringentag in Schmalkalden könnten am Samstag eine Konkurrenz dargestellt haben. Musiker spielten bis in die Nacht. Es wurde getanzt, geklatscht, mitgesungen und vom vielfältigen Weinangebot probiert. Der zweite Beigeordnete der Kreisstadt Gotha, Peter Leisner (SPD) hatte das Fest eröffnet. 2024 soll es das 2. Gothaer Weinfest geben.

Gotha
Am 9. Juni, einem Freitag, wird um 16 Uhr auf dem Buttermarkt das erste Gothaer Weinfest eröffnet, das singulär steht, also nicht nur Bestandteil eines anderen Festes ist. Vor wenigen Tage trafen sich dazu viele der Organisatoren und Beteiligten am „Friedenskuss-Thron“, der in der Mitte des Marktes steht, um letzte Absprachen zum Verteilen der Sitzplätze, Tische und Bänke und zum Ablauf zu treffen. Rund 500 Sitzplätze werde es zusätzlich geben, sagt Andrea Fanselau-Steffen, die sich gemeinsam mit anderen um die Popularisierung des Festes kümmert. Gemeinsam mit den Plätzen der Gastronomen am Buttermarkt können dann 1000 Menschen am 9. und 10. Juni dort sitzen. Der von attraktiver historischer Bausubstanz umstandene Markt gilt manchem als der schönste der Stadt.
Nach der Eröffnung durch Gothas Bürgermeister Ulf Zillmann (CDU), Mitglieder des Vorstandes des Gewerbevereins und der Kreissparkasse beginnt das Programm mit Live-Musik von Robin Hofmann. Es folgt Matthias Schauf. Er spielt bis 23 Uhr.

Am Samstag, dem 10. Juni beginnt das Weinfest mit einem Frühschoppen, den DJ Christian aus Bufleben musikalisch begleitet. Nach ihm spielen und singen Josefin Langner und Bastian Coburger. Ab 16 Uhr ist der Multi-Instrumentalist Uwe Sauer alias „Lieder-Willi“ am Mikrofon, ab 18.30 Uhr bis 23 Uhr spielt Robby Scheidt.

Vielfältig ist auch das Angebot an Wein und Speisen. Jeder Gastronom bietet seine Weine an, zuzüglich hat Janine Luhn von der Weinbar am Buttermarkt drei Winzer eingeladen, weitere Weine zu präsentieren. Stefan Skoberla vom Irish Pub S’limerick hat Flammkuchen, aus dem „Alpha-Omega“, dem griechischen Spezialitätengeschäft am Hauptmarkt kommt Souvlaki. Heiko Günther mit seinem „Tiroler Bauernstandl“ bietet unter anderem Käse an.

Neben dem Engagement der Händler und Gastronomen im Umfeld des Buttermarktes sind es die Kreissparkasse Gotha, die Stadtverwaltung, das Citymanagement, die „Kultourstadt Gotha GmbH“, „Oscar am Freitag“ und selbstverständlich der Gewerbeverein selbst, ohne die das Fest nicht möglich wäre, unterstreicht dessen Vorsitzender Andreas Dötsch. So half die Sparkasse finanziell, die Kultourstadt mit Handzetteln und Plakaten. Einige Künstler verzichten auf die sonst übliche Gage.

Werde es gut angenommen, soll es das Fest künftig jedes Jahr geben, sagt Andrea Fanselau-Steffen.

 

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Update: Partei gegründet, Kandidat nominiert, Unterschriften zu sammeln…

Ronald Funke, der stellvertretende Vorsitzende der Handwerkerpartei Deutschland, gratuliert Birger Gröning (rechts im Bild) zur Nominierung als Kandidat der Partei zur Europawahl. 4000 Unterschriften wahlberechtiger Unionsbürger müssen nun gesammelt werden, damit der Wahlvorschlag zugelassen wird. „Unterstützerunterschrift“ ist die offizielle Bezeichnung. Wer unterschreibt, der unterstützt, dass die Partei überhaupt auf dem Wahlzettel erscheint. Dies ist nicht gleichzusetzen mit der Wahl der Partei.

 

„Wie ein Kaktus am Strand“

 

Interview mit Birger Gröning, fraktionsloser Abgeordneter im Thüringer Landtag

Birger Gröning

Birger Gröning war mal SPD-Mitglied, trat 2019 für die AfD im Wahlkreis Gotha I zur Landtagswahl an und gewann das Mandat direkt, trat später aus der AfD aus und bildete mit der ehemaligen FDP-Abgeordneten und drei weiteren ehemaligen AfD-Abgeordneten die Gruppe Bürger für Thüringen. Doch er und Lars Schütze verließen auch die Bürger für Thüringen und sitzen nun als fraktionslose Abgeordnete im Landtag des Freistaates, haben sogar Angestellte der Fraktion verklagt.

Meine Fragen an Birger Gröning:

Einen Abgeordneten zu verlieren, der im ersten Anlauf seinen Wahlkreis direkt gewonnen hatte, ist vermutlich schmerzlich. Sie sind gegenüber der AfD in Thüringen diesen Weg dennoch gegangen. Was waren die Gründe?

Birger Gröning:
Es gab mal eine Ausschluss-Liste innerhalb der AfD. Wer Mitglied ist oder war in bestimmten, als extrem rechts einzustufenden Organisationen, kann nicht AfD-Mitglied sein. Dieser Grundgedanke gefiel mit gut, doch in jüngste Zeit habe ich die klare Abgrenzung gerade innerhalb der Thüringer AfD vermisst. Ich halte ein Verbot der Partei nicht für ausgeschlossen. Auch waren meine Familie und ich Anfeindungen ausgesetzt.

Warum dann „Bürger für Thüringen?“. Oscar Helmerich beispielsweise, ein anderer ehemaliger AfD-Abgeordneter, ist in der Legislatur vor der Ihren in die SPD-Fraktion und in die SPD eingetreten.

Birger Gröning:
Ich habe reichlich Kritik auch an der SPD als Mit-Regierungspartei in Thüringen. „Bürger für Thüringen“ konnte mit Gründerin Ulrike Bergner, Tosca Kniese, Lars Schütze und mir eine parlamentarische Gruppe bilden. Die Gruppe hat mehr Einflussmöglichkeiten als ein einzelner Abgeordneter und ich habe geglaubt, die Interessen der Bürger stünden dort wirklich im Mittelpunkt.

Und standen sie das?

Birger Gröning:
Pauschal will ich das nicht bewerten, aber man kann daran zweifeln, wenn es beim Umgang mit dem Geld der Steuerzahler bereits einiges gibt, was milde formuliert verwundert. Meine Bedingung für den Eintritt war damals, das ich der parlamentarische Geschäftsführer der Gruppe werde. Und in dieser Funktion hätte ich zur Grundentschädigung, auch Diät genannt, eine Aufwandsentschädigung von monatlich 1700 Euro extra als Funktionszulage bekommen sollen. Zulagen gibt es auch für Ausschussvorsitzende. Da gab es im Juli 2000 ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das die Zulagen unrechtmäßig nennt, da auf diese Weise eine Einkommens-Hierarchie unter den Abgeordneten einer Fraktion entsteht, was sich auf das Abstimmungsverhalten auswirken kann. Nur die Zulage an den Fraktionsvorsitzenden sei rechtmäßig. Während im Jahr 2013 Uwe Höhn für die damalige SPD-Fraktion gegenüber dem Landesrechnungshof noch unterstrich, es würden keine Zulagen für weitere Funktionen gezahlt und ein ähnliches Schreiben auch der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen leicht im Netz auffindbar ist, wird das Heute offenbar ganz anders gesehen. In einem MDR-Bericht vom November 2022 bestätigen alle Fraktionen die Zahlung, nur die AfD äußerte sich nicht. Aber seien sie sicher, auch dort wird das Geld gern genommen. Eine seltene Einigkeit der Parlamentarier. Zum Einzelplan 01 im Thüringer Haushaltsgesetz — er betrifft den Thüringer Landtag und damit die Einkommen derer, die den Haushalt beschließen — gibt es eigenartiger Weise keine Änderungsanträge aus den Fraktionen, während andere Einzelpläne ausführlich diskutiert werden. Ich habe dazu Ende 2022 eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt, deren Beantwortung wegen Nichtzuständigkeit abgelehnt wurde. Ich wollte daraufhin die Auskünfte von der Landtagsverwaltung bekommen und warte darauf noch heute. Eine dies betreffende Beschwerde bei der Landtagspräsidentin blieb folgenlos. Das Einstellen der von mir verfassten Petition zum Thema auf die Online-Petitionsplattform des Landtages wurde abgelehnt. Allerdings habe ich als parlamentarischer Geschäftsführer der Gruppe diese Zulage nicht bekommen. Ich hätte dagegen klagen können, habe aber bewusst auf eine solche Klage verzichtet, denn hier steht Landesrecht im Gegensatz zu einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes. Alle Erklärungen wie zum Beispiel gestiegene Komplexität der Aufgaben gehen ins Leere, denn sie ändern nichts an dem Grundprinzip, dass durch die Aussicht in den Genuss solcher Sonderzahlungen kommen zu können die freie Mandatsausübung beeinträchtigt wird. Der Fraktionsvorsitzende könnte die „belohnen“, die immer mit ihm stimmen. Wer diese Zulagen kassiert, muss damit rechnen, das Geld mal zurückzahlen zu müssen.

Das ist sicher unpassend in Zeiten, in denen die Realeinkommen der Steuerzahler durch Corona-Maßnahmen, seit Jahren steigende Energiepreise und vieles andere sinken, war aber nicht der Grund des Zerwürfnisses mit „Bürger für Thüringen“, Sie und Lars Schütze betreffend, denn die anderen Fraktionen und die FDP-Gruppe nehmen das Geld ja auch in Anspruch. Was waren die Gründe?

Birger Gröning:
Einer der Konflikte drehte sich um Clarsen Ratz, Generalsekretär der Partei Bürger für Thüringen und angestellter Geschäftsführer der Gruppe Bürger für Thüringen. Wie gesagt, angestellt, nicht etwa gewählt. Seine Arbeitsplatzbeschreibung sollte eine Art politische Richtlinienkompetenz beinhalten, er somit ohne Mandat Einfluss auf das Verhalten der gewählten Abgeordneten ausüben können. Lars Schütze und ich setzen ein Ultimatum, wir würden aus der parlamentarischen Gruppe austreten, wenn er bis dahin nicht entlassen sei. Er wurde nicht entlassen, sondern noch vor Ablauf des Ultimatums ein Partei-Ausschlussverfahren gegen uns eingeleitet. Ich erfuhr davon aus der Presse. Dem sind wir durch unseren Austritt zuvor gekommen. Damit war der Status der Gruppe im Landtag allerdings vorbei und damit waren auch die zusätzlichen „Pfründe“, die Fraktionen wie Gruppen in Anspruch nehmen, erledigt.
Man sollte sich vergegenwärtigen, über welche Beträge, die vom Steuerzahler aufgebracht werden, wir hier reden. Es sind etwas über 45.000 Euro für Sachkosten und (ab Dezember 2022) über 44.000 Euro Personalkosten-Zuschuss, nicht jährlich sondern monatlich allein für eine parlamentarische Gruppe, für Fraktionen ist die Summe noch deutlich höher. Der Betrag schwankt etwas, je nachdem, ob es einen Oppositionsbonus gibt oder nicht, also die Gruppe oder Fraktion der Opposition angehört oder nicht. Außerdem steigt der Betrag mit der Anzahl der Abgeordneten, die der jeweiligen Fraktion oder Gruppe angehören. Aber am Ende sind es jährlich fast 16 Millionen Euro, die der Steuerzahler aufbringen muss. Wenn man sich dazu überlegt, an wie vielen wichtigen anderen Stellen Geld fehlt. Ich sage nur: Bildung, Zustand der Infrastruktur, Energiekosten. Da muss man sich schon fragen, ob eine Fraktion nicht auch dann arbeiten kann, wenn sie nicht jeden Monat Beträge erhält, die für den Kauf eines anspruchsvollen Neuwagens reichen würden.

Angezeigt haben sie aber die Partei „Bürger für Thüringen“ in Gestalt von Clarsen Ratz und Mathias Goldhan. Ratz ist Generalsekretär der Partei und Goldhan stellvertretender Parteivorsitzender. Ratz war, als es die Gruppe noch gab, außerdem deren angestellter Geschäftsführer.

Birger Gröning:
In dieser Eigenschaft, also als angestellter Geschäftsführer, hat Ratz einen Auftrag für die Beschaffung von Büroausstattung im Wert von rund 80.000 Euro an die Firma von Mathias Goldhan vergeben, ohne Ausschreibung, ohne nicht mindestens drei Angebote einzuholen. Also der Generalsekretär einer Partei überweist Geld aus Fraktionsmitteln an den stellvertretenden Vorsitzenden der selben Partei. Und es gab nicht einmal eine Inventarliste, die aussagt, was an Ausstattung bereits vorhanden ist. Es fehlte also auch die Bedarfsermittlung. Daher die Anzeigen von Lars Schütze und mir. Und es gab noch mehr Ungereimtheiten, die mir übel aufstießen. Zum Beispiel eine Klausurtagung in Victors Residenz Hotel, nur wenige hundert Meter vom Landtag entfernt, mit einer fetten Hotel-Rechnung von fast 3400 Euro, eine Fahrt in die Schweiz, um die direkte Demokratie dort kennen zu lernen, alles auf Kosten des Steuerzahlers. Allein die Hotelkosten betrugen da rund 9150 Euro. Auslandsreisen aus Fraktionsmitteln zu bezahlen gestatten die Richtlinien nur, wenn eine dauerhafte Zusammenarbeit vereinbart werden soll.
Sie sehen, selbst eine parlamentarische Gruppe schafft es, das Geld zu verbrauchen.

Wie fühlt man sich, wenn man Zahlungen an seine Kollegen, sei es als Fraktion oder Gruppe oder als Einzelperson, der Kritik unterzieht?

Birger Gröning:
Wie ein Kaktus am Strand. Ich habe aber nicht für das Mandat kandidiert, um jedermanns Liebling zu sein oder so viel wie möglich zuzüglich zu den Diäten zu bekommen. Wie jeder andere Teilhaushalt gehört auch der Einzelplan 01 in jedem seiner Abschnitte auf den Prüfstand.
Rechnen wir mal eine Fraktion mit zehn Abgeordneten, in der Opposition. Die CDU, auf die formal eine Oppositionsrolle zutreffen würden und die AfD, die wohl von den meisten Menschen als Opposition gesehen wird, haben 21 beziehungsweise 19 Abgeordnete, also deutlich mehr. Ich komme auf monatliche Sach- und Personalkosten bei einer solchen fiktiven Fraktion der Opposition von monatlich 99040,51 Euro. Real ist es entsprechend mehr, wenn die Anzahl der Abgeordneten höher ist oder weniger, wenn sie geringer ist oder es sich „nur“ um eine parlamentarische Gruppe handelt. Aber noch immer, weil monatlich gezahlt, übers Jahr enorme Beträge. Fraktionen der Regierungsparteien erhalten den Oppositionsbonus nicht. Die Beträge bleiben dennoch hoch.
Wie gesagt, dabei sind nicht die Grundentschädigung, die Aufwandsentschädigung und die Aufwendungen für persönliche Mitarbeiter, die der einzelne Abgeordnete unabhängig von seiner Fraktion oder Gruppe erhält. Für die erstmalige Bürogrundausstattung und Erneuerungen im Falle eines Wiedereinzugs eines Abgeordneten in der folgenden Legislaturperiode gibt es auch noch mal Geld.
Über die Zusätzliche Entschädigung, also die aus meiner Sicht rechtswidrigen Zulagen für Funktionsträger der Fraktionen oder Gruppen außer des Vorsitzenden beziehungsweise Sprechers, sprachen wir ja bereits. Das kommt bei einigen noch obenauf. Wer so sehr vom Steuerzahler alimentiert wird, sollte einen sparsamen Umgang mit den Mitteln nachweisen können.

Trotz all der Querelen, werden sie erneut kandidieren?

Birger Gröning:
Ja, das habe ich vor. Allerdings nicht als parteiloser Einzelkandidat. Ich plane zunächst, mich an der Gründung einer neuen Partei maßgeblich zu beteiligen. Werde ich von deren Gremien nominiert, steht ein aufwendiger Wahlkampf bevor.

Wie soll die neue Partei heißen, was steht im Grundsatz- und im Wahlprogramm?

Birger Gröning:
Handwerkerpartei Deutschland. Eine Pressemitteilung dazu habe ich bereits herausgegeben. Sie heißt so, weil das Handwerk zu den Garanten menschenwürdigen Lebens gehört. Handwerker können nicht einfach mal die Produktion ins Ausland verlagern, weil dort die Energiepreise günstiger sind. Handwerker sind unverzichtbar, unsere Infrastruktur zu erhalten und stark durch Abgaben belastet. Zum Grundsatzprogramm möchte ich hier nur auszugsweise ein paar Aspekte anführen. Die neue Partei sollte aus meiner Sicht eintreten für den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, für den Erhalt des Verbrennungsmotors, gegen Mehrfachbesteuerung, für Naturschutz und Aufforstung, für die Überwindung der Energieprobleme…

Das aktuelle Programm im Detail ist zur Zeit in der Überarbeitung und steht dann hier.

Danke für das Gespräch!

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Der Kreislauf des Wassers steigt im Preis

Energiekosten erhöhen den Aufwand der Zweckverbände

Für das Wasser aus dem Drei-Quellen-Brunnen in Erfurt wird kein Geld verlangt. Es entspricht chemisch nicht der Trinkwasserverordnung, mahnt ein dort angebrachtes Schild. Es sei jedoch mikrobiologisch unbedenklich, sollte aber nur in kleinen Mengen getrunken werden. Zurzeit (April 2023) wird nahe der Quelle ein Wehr saniert, daher ein Rückstau bis nahe an die Rohre.

Landkreis Gotha

Jörg Thier, Immobilienmakler- und Verwalter aus Waltershausen, macht auf die höheren Wasserkosten aufmerksam.

Jörg Thier, Immobilienmakler und Immobilienverwalter aus Waltershausen, staunte nicht schlecht, als er jüngst die Abrechnungen des Zweckverbandes Wasserversorgung und Abwasserbehandlung “Schilfwasser-Leina” der von ihm verwalteten Immobilie in der Hand hielt. Auch wenn es im Amtsblatt bereits angekündigt war, könnte sich so mancher zu früh über nur moderate Kostensteigerungen oder gar geringfügig gesenkte Zwischenzahlungen freuen. Denn aus fünf Abschlägen sind nun sechs geworden. Der Zweckverband handelt jedoch nicht so, um seine Kunden zu verärgern. Er hat keine andere Wahl. Alle Leistungen anderer Firmen, die der Verband in Anspruch nehmen muss, sind teuerer geworden und Rechnungen sind pünktlich zu bezahlen. Ein großer Faktor ist Strom, ohne den keine Pumpe Wasser in Hochbehälter hinauf oder Abwasser abpumpen könnte, ohne den kein Rührwerk im Klärwerk sich drehte. Und da die Kalkulation ohnehin am 31. Dezember 2022 ausgelaufen ist, werden nun die höheren Kosten für die 3400 Kunden sichtbar. Sicherheitshalber geht der Verband Schilfwasser-Leina zu einer nur zwei Jahre währenden Kalkulationsfrist über, war aus der Verwaltung zu erfahren. Es gebe ohnehin immerhin eine Nachkalkulation der vergangenen Jahre. Da die Zweckverbände keinen Gewinn machen dürfen, werde ein eventuelles Plus dann in der folgenden Periode verrechnet.

Der Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung “Schilfwasser-Leina”, hier das Verwaltungsgebäude in der Unteren Bachstraße in Friedrichroda, muss höhere Gebühren einfordern. Der Wechsel zu sechs statt fünf Abschlägen ist durch laufende Kosten begründet.

Mag die Preiserhöhung für einen wassersparsamen Haushalt nur ein kleineres Problem sein, wirkt sie sich beispielsweise in der Friedrichrodaer Dialyse-Praxis von Dr. Sebastian Oehmer und Torsten Rittweiler spürbar aus. Ungefähr 9000 Euro mehr sind nun pro Jahr zu zahlen, denn der Wasserverbrauch in der Dialyse ist hoch. Ein Versuch, Wasser zu sparen würde den Patienten schaden, denn die Qualität der Entgiftung ließe dann nach.

Beim Wasser- und Abwasserzweckverband (WAZV) Apfelstädt-Ohra wird die Kalkulationsperiode nicht abgebrochen, auch wenn sich die Preis im Energiemarkt stark erhöht haben. Allerdings ist der Preis für die Abwasserentsorgung ab 1. Januar von 2,89 Euro auf 3,22 Euro pro Kubikmeter gestiegen. Die Gebühr für Niederschlagswasser stieg auch, aber nur gering. Der Trinkwasser-Preis bleibt bis 1. Januar 2025 erst einmal konstant. Apfelstädt-Ohra hat dennoch investiert und dafür auch Fördermittel genutzt . Um im Falle eines Stromausfalles schneller reagieren zu können, sind Pumpstationen für den Einsatz von Notstromaggregaten so vorbereitet, dass einfach nur ein Stecker vom Aggregat in der Station eingesteckt werden muss. Das sei früher aufwendiger gewesen, sagt Werkleiter Thomas Chowanietz.

Beim Wasser- und Abwasserzweckverband Gotha und Landkreisgemeinden ändert sich zunächst nichts für die Kunden. Die Frage, die Kalkulationsperiode abzubrechen sei diskutiert worden, sagt Werkleiter Christian Ludwig. Man habe es dann aber doch bei der alten Kalkulation, die Ende 2020 beschlossen wurde und bis 2024 geht, belassen. Nach den Strompreisen vom August 2022 neu zu kalkulieren hätte zu extremen Abschlagszahlungen geführt. Nun wird offenbar auf eine weitere Beruhigung der Märkte gehofft. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass es insgesamt nicht teuerer wird, ist gering.

Das Verbandswasserwerk Bad Langensalza und der Abwasserzweckverband „Mittlere Unstrut“ versorgen und entsorgen einige Orte im Norden das Landkreises, Tonna und Dachwig beim Trinkwasser und die Fahner Höhe beim Abwasser. 2021 konnte der Verband Energieverträge bis 2024 abschließen, die sich aus heutiger Sicht als günstig erweisen. Der Versorger, die Stadtwerke Bad Langensalza, haben auch nicht gekündigt. So blieben die Gebühren erst einmal konstant. Ob die Kalkulationsperiode bei vier Jahren bleibt oder verkürzt wird, sei noch nicht endgültig entschieden, er gehe davon aus, dass es bei vier Jahren bleibt, sagt Werkleiter Mario Putzer. Er kann sich aber mit Blick auf die künftige Kalkulation ein Abkoppeln vom allgemeinen Kostentrend nicht vorstellen. Mit anderen Worten, auch im Unstrut-Hainich-Kreis und im Norden des Landkreises Gotha könnte es ab 2024 teuerer werden. Strom ist dabei nur ein Faktor, auch Kosten für Dienstleistungen, Material und Bauleistungen sind gestiegen.

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Hasard in Mittelland

In Mitteland waren Spritzen gegen die Pandemie nicht gewünscht.

Vollkommen verantwortungslose Politik in der schlimmsten Pandemie aller Zeiten

Ein neuartiges Virus bricht aus. Es befällt die Atemwege. Die Nachrichten dazu werden in Mittelland vernommen. Dort gibt es kritische Journalisten, die sehen ihre Aufgabe darin, alles in Frage zu stellen, was die Regierung entscheidet. In der Presse werden Fragen nach einer angemessenen Reaktion gestellt.

Regierung und Behörden in Mittelland reagieren nicht auf die neue Bedrohung. Sie sind gesetzlich verpflichtet, Medienvertretern Antworten zu geben und tun dies, doch dabei bleibt es im Wesentlichen auch.

Völlig verantwortungslos wird der Einsatz von Spritzen gegen die Pandemie abgelehnt, obwohl die doch der einzige Ausweg aus der Pandemie sind. Die völlig verantwortungslosen Regierungs- und Behördenvertreter behaupten, mit Impfungen könne man der Pandemie immer nur erfolglos hinterher rennen. Wenn man das Virus nicht selbst geplant produziere, was ein Verbrechen wäre, könne man einen Impfstoff erst entwickeln, wenn das Virus bereits einen gewissen Grad der Verbreitung erreicht habe, denn man müsse es kennen. Ehe der Impfstoff oder etwas ähnliches entwickelt, produziert, verabreicht und die Immunreaktion aktiviert habe, sei es längst mutiert und dadurch der Wirkung der Injektionen entzogen. So die Argumentation der Behördenvertreter Mittellands auf die Presse-Anfragen.

Auch auf weitere Maßnahmen, sonst weltweit üblich, wurde verzichtet. Mit folgender Argumentation: Verbote, Räume zu betreten, Masken und das Untersagen sozialer Kontakte wie auch von staatlichen Ausgleichszahlungen abhängig zu sein würde Menschen psychisch so schädigen, dass ihr Immunsystem leide. Den vielleicht selteneren Infektionen stünden dadurch schwerere Verläufe bei den dann doch Infizierten gegenüber.

Die Erregerlast in geschlossenen Räumen versuchten die Behörden in Mittelland zu verringern, in dem sie die Bestrahlung der Luft mit hartem UV-Licht förderten. Die Luft wurde dazu durch blickgeschützte Rohre geblasen. Dabei wäre es doch viel wirksamer gewesen, die Nutzung der Räume ganz zu verbieten oder zumindest Maskentragen zu fordern.

In Mittelland meinte die Regierung, man setze auf Medikamente statt Injektionen, um die Kranken zu behandeln und die Gesunden in Ruhe zu lassen. Eine vollkommen andere Herangehensweise als im Rest der Welt, wo klar war, dass es keine geeigneten Medikamente gibt und ja deshalb die neuartigen Injektionsstoffe sehr schnell eine vorläufige Zulassung bekamen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Doch die Behörden und Fachleute in Mittelland wussten die Errungenschaften der Wissenschaft nicht zu schätzen. Im Gegenteil. Es wurde behauptet, der Aufwand und der Eingriff in die Privatsphäre wäre zu groß, denn man müsste ja vor der Entscheidung über Injektionen überprüfen, ob weder die Entscheidungsträger noch mit ihnen verbundene Personen im Vorfeld Aktien der Hersteller erworben haben, denn das gäbe einen Interessenkonflikt, weil ja auch in Gesunde injiziert werden müsste und infolge der großen Anzahl Milliarden an Profit locken würden. In ihren Erklärungen zum Verzicht auf Vorbeugung durch Spritzen unterstellten also die Behörden von Mittelland in ganz bösartiger Weise unlautere Absichten allen, die für eine Verpflichtung zu den Injektionen waren.

Sie verwiesen sogar auf so wirkungslose Maßnahmen wie Kampagnen gegen Bewegungsmangel, die Erhöhung des Vitamin-D-Spiegels und Behandlungen mit Kurkuma und Xylitol auch schon im Vorfeld der Erkrankung. Diese Mittel seien billiger als mRNA-Spritzen und hätten weniger unerwünschte Nebenwirkungen, wurde behauptet. Da war offenbar der Geiz wichtiger als die Gesundheit der Menschen.

Auch um das Eindämmen der Verbreitung kümmerten sich die Behörden nicht. Völlig verantwortungslos war hier das Argument, Steuermittel und Krankenkassenbeiträge zu sparen. So gab es in Mittelland weder Schnelltests noch PCR-Tests, die in anderen Ländern als der Goldstandard zur Infektionsfeststellung galten. Um falsch positive und falsch negative Testergebnisse zu vermeiden, hätte man erst für alle Labore den Test standardisieren und ob der Standard eingehalten wird auch noch in kurzen Zeitabständen kontrollieren müssen, so die Argumentation gegen das Verfahren. Das wiederum war den Behörden von Mittelland zu teuer und zu aufwendig. Stattdessen riskierten sie lieber viele unerkannte Infektionen.

Deshalb konnte sich das Virus in Mittelland ungehindert ausbreiten. Um die Erkrankten adäquat behandeln und Überlastungen der Krankenhäuser vermeiden zu können, griff die Regierung Mittellands aber dann doch tief in die Taschen. Sie verstaatlichte Krankenhäuser und vervielfachte die Einkommen des Personals. Viele Pflegekräfte kehrten angeblich deshalb in ihren erlernten Beruf zurück. Dabei wäre es doch viel billiger gewesen, die Erkrankungen durch die neuartigen mRNA-Injektionen zu vermeiden.

Zusammenfassend kann man sagen: Die mRNA-Impfungen hätten verhindert, dass die Menschen überhaupt erkranken. Sie hätten verhindert, dass die Erkrankung weiter gegeben wird. Und sie haben praktisch keine Nebenwirkungen. So zumindest der Sachstand kurz vor Beginn des Einsatzes im Rest der Welt im Jahr 2020. Aber die Regierung von Mittelland erkannte diese Vorteile nicht.

So hätte das Land zu einem dauerhaften Infektionsherd für die ganze Welt werden können und wäre schuld am ewigen Fortbestand der Pandemie gewesen. Doch dazu kam es nicht, denn es fand nahezu kein Austausch mit dem Rest der Welt mehr statt. Niemand versuchte, nach Mittelland einzureisen, da alle befürchteten, dort liegen Leichen auf den Straßen. Die Einwohner Mittellandes, soweit sie überlebten, wollten das Land nicht verlassen, da sie fürchteten, infolge eines falsch positiven PCR-Tests nach dem Verlassen der eigenen Landesgrenzen in eine lange Quarantäne gezwungen zu werden.

Ein schreckliches Land. Eine verantwortungslose Regierung. Ein Glück, dass es Mittelland nicht gibt.

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Heimspiel, unentgeltlich, nicht umsonst

Nach coronabedingter Pause seit 2022 wieder möglich: Das vom gleichnamigen Verein organisierte „Heimspiel“ auf dem Gothaer Hauptmarkt. Der Eintritt ist frei, Bands und Künstler aus der Region treten ohne Gage auf. Hier ein Blick auf den Hauptmarkt zu später Stunde. Im Vordergrund eine der Skulpturen auf der Balustrade der „Pferdetränke“, geschaffen vom Hallenser Bildhauer Professor Bernd Göbel.

 

Nach zwei Jahren Pandemie-Ausrufung freut man sich über jedes Ereignis, das Menschen erfreut und zueinander bringt. Am Samstagnachmittag war es auf dem Hauptmarkt der Kreisstadt Gotha endlich mal wieder soweit, das 7. „Heimspiel“ begann auf der Bühne vor der Südfront des Rathauses mit einem Theaterstück des Vereins „art der stadt“, dargeboten von Daniela Rockstuhl. Die Auftritte von Liedermachern und Rockbands folgten, eine Bauchtanzgruppe erfreute mit einem Spontan-Auftritt. Bis gegen 24 Uhr spielten die Musiker, zuletzt der Band „Barmy Rote“. Außerdem dabei waren „Georges le Chanteur“ mit französischen Chansons, „Die Namenlosen“ mit Blues, der Liedermacher Olaf Bessert, die „Gruppe Bein“ und „Silvery Motion“. Mit zunehmender Dunkelheit kam die Illumination des historischen Rathauses immer mehr zur Geltung. Hier ergänzten sich die Beleuchtung nach dem anlässlich der Hauptmarkt-Sanierung entwickeltem neuen Beleuchtungskonzept und das zusätzliche Lichterspiel auf ansprechende Weise.

Die Idee zum Heimspiel stammt von einer Handvoll engagierter Gothaer, die sich 2015 sagten, im Sommerloch fehle Gotha ein Fest. Sie gründeten dafür sogar eigens einen Verein, den „Heimspiel e.V.“ Die Künstler verzichten auf ihre Gage, so kann der Eintritt unentgeltlich bleiben. Von 2015 bis 2019 gab es die Heimspiele auf dem oberen Hauptmarkt mit jeweils bewährten und neuen Akteuren und steigendem Zuspruch. Trotz des Verzichts der sieben Vereinsmitglieder, zu denen auch Moderator Ralph-Uwe Heinz gehört und der Künstler auf jedwede Bezahlung entstehen natürlich Kosten, schon allein für den Bühnen-Aufbau. Das Heimspiel finanziert sich durch Sponsoren und Spenden. 2021 fand es in kleinerem Rahmen ausnahmsweise im Hof einer Kirche in der Südstraße statt.

Wer künftige Heimspiele unterstützen möchte, erfährt die Bankverbindung per E.-Mail an heimspiel-gotha@web.de. Spender, Sponsoren, Helfer und Künstler sind auch für 2023 gefragt, das Sommerloch mit Abwechslung und guter Laune zu füllen.

Inzwischen ist das Heimspiel für den 17. Juni ab 15 Uhr 2023 auch angekündigt. Mit bisher folgendem Programm:

 

Franz Kalbe Quartett (auf Insta unter @quattrostagionimusic zu finden)

WoodWay – Back to Rock

E.O.B

das Duo Wasser & Wein mit Olaf Bessert

Strange Rebound

Hydrogen Electronic Music

HipHop mit Modez+Francesco+Stony und ShortyNstrumentals

Dazu komme noch eine bunte Auswahl weiterer kleiner Auftritte, kündigen die Organisatoren an.

(Veröffentlichung auf Facebook am 9. Mai 2023)

 

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Andacht bei Niedrigwasser

Die Apfelstädt nahe "An der Obermühle" in Wechmar im Juli 2022. So sieht es aus, wenn der Zufluss frischen Wassers allmählich versiegt.
Die Apfelstädt nahe „An der Obermühle“ in Wechmar im Juli 2022.

Noch immer offene Fragen zum Wassermanagement der Apfelstädt.

Als sich am Donnerstag, dem 30. Juni gegen 18 Uhr etwa 100 Menschen zur Andacht im Freien am Wehr der Apfelstädt nahe der Wandersleber Straße, wo der Mühlgraben abzweigt, zu einer Andacht mit Pfarrer Bernd Kramer einfanden, stand der Posaunenchor der Kirchgemeinde Wandersleben-Apfelstädt trockenen Fußes im Flussbett. Wasser, das dort noch ankommt, wird am Wehr vorbei geleitet. Es ist nicht viel. Der Mühlgraben liegt trocken. Schuhe mit dicken Sohlen reichten, trocken von einer Seite zur anderen zu kommen. Unter der Autobahnbrücke zwischen Günthersleben-Wechmar und Schwabhausen ist das sogar in Sandalen möglich. Zwischen den Steinen, die dem Flussbett ein naturnahes Aussehen geben würden, wenn genug Wasser fließen würde, sind nur größere Rinnsale.

Trockengefallene Abschnitte gab es schon immer in der Apfelstädt. Mitunter versickert das Wasser im Karst-Gestein. Für maximal ein paar Wochen. Sagen die Einheimischen. Wäre es anders, könnte es die Apfelstädtaue mit viel zusammenhängender Vegetation und geschützten Tierarten gar nicht geben. Wanderwege und Radrouten am Ufer hätten keinen Reiz, denn man wäre der prallen Sonne ausgesetzt und ein trockenes Flussbett spendet keine Kühlung.

Andacht am Wehr am westlichen Ortsrand von Apfelstädt, gehalten am 30. Juni 2022.
Andacht am Wehr der Apfelstädt im Ort Apfelstädt mit dem Posaunenchor der Kirchgemeinde Wandersleben-Apfelstädt und Pfarrer Bernd Kramer. Die Musiker konnten im Fluß stehen. Zwei Schecks zugunsten der Bürgerintiative und der Ortsgruppe des Naturschutzbundes wurden übergeben.

Doch seit Ende 2019, Anfang 2020 währt die abschnittsweise Trockenheit vom Frühsommer bis in den Herbst. Thomas Koch wohnt seit 58 Jahren in Wechmar nahe am Fluss und sagt, so trocken wie in den letzten Jahren sei die Apfelstädt noch nie gewesen. Auch die Betreiber kleiner Wasserkraftanlagen nahe Georgenthal und in Herrenhof bestätigen das. Der Mühlgraben im Ort Apfelstädt, eigentlich über einen Abzweig zu speisen, lag so lange Zeit trocken, dass die Wände zu den anliegenden Häusern Risse bekamen. Als im regenreichen Sommer 2021 der Mühlgraben wieder Wasser führte, drang durch die Risse Wasser in Keller ein. Inzwischen ist der Mühlgraben längst wieder vollkommen trocken. Vor Jahren waren Abschnitte des Baches noch aufwendig renaturiert worden.

Über die Ursachen gibt es unterschiedliche Auffassungen. Das thüringische Umweltministerium sagt, grob zusammengefasst, Versickerungen und der Klimawandel seien die wichtigsten Gründe. Die Bürgerinitiative „Lebensraum Apfelstädt“ sieht den Hauptgrund im Vorbeileiten an der Apfelstädtaue vom Einzugsgebiet aus, in dem die Talsperren „Alte Tambacher“, „Schmalwasser“ und „Ohra“ liegen, über eine bis dahin ungenutzte Fernwasserleitung nach Erfurt. Dieses Projekt mit dem Titel „Westring-Kaskade“ wurde 2020 endgültig umgesetzt und beinhaltet Stromgewinnung bei Gotha und im Erfurter Norden, das Auffüllen eines größeren Teiches anlässlich der Bundesgartenschau und die Bewässerung von Obstplantagen.

Die Bürgerinitiative sieht den Bestand einer der größeren zusammenhängenden Flussauen im Freistaat Thüringen insgesamt gefährdet. Sie wurde gegründet zu erreichen, dass in trockenen Zeiten mehr Wasser aus dem Ablass der Talsperren in den Fluss abgegeben wird und dazu auch gegebenenfalls der Zufluss in die Westring-Kaskade eingeschränkt wird. Ein schneller und breiter fließendes Gewässer würde zum einen die Sickerstellen teilweise durch den Sedimente-Transport zusetzen, zum anderen auch den Grundwasserspiegel anheben und damit den Pflanzen der Aue wieder mehr Chancen geben. Sterbende Bäume und Notfällungen entlang der Apfelstädt gab es leider schon. Das Umweltministerium argumentiert sinngemäß, die Wasserableitung in die Westring-Kaskade hätte mit dem Niedrigwasser nichts zu tun. Ursachen seien, das Teile des Flusswasser versickern und die trockenen Jahre. Auch würde ja im Winter angestautes Wasser aus den Talsperren bei Niedrigwasser im Sommer zusätzlich ins Flussbett abgegeben. Die Mindestabgabe aus den Talsperren sei für die Sommer erhöht worden.

Tag für Tag wird aus dem Speicher Wechmar Wasser in die Apfelstädt abgegeben.

Die Bürgerinitiative hat gemeinsam mit dem Angler-Verband einen Film erstellt, dem zu entnehmen ist, woher das Wasser für die Talsperren kommt. Es ist das Einzugsgebiet der Apfelstädt. Sicher tragen die Talsperren dazu bei, Extreme abzuschwächen. Aber an der Gesamtbilanz ändern sie nichts. Wird ein Teil des Wassers nicht mehr in das Flussbett gegeben, summieren sich nach einiger Zeit die Verluste. So sinngemäß die Argumentation der Bürgerinitiative. Welche Betrachtungsweise schlüssiger erscheint, mag der Leser selbst entscheiden. Den Speicher Wechmar in diesem Sommer abzulassen hilft nur kurz. Es betrifft nur die Aue unterhalb des Zuflusses aus dem Speicher und es schafft zusätzliche Probleme, wenn dieses Wasser mit seiner anderen Zusammensetzung und Temperatur dem Fischbestand schadet. Auch wird der Speicher ebenso von der Apfelstädt gespeist, soweit sie genug Wasser führt. Der Speicher soll allerdings entgegen ursprünglichen Plänen zum Rückbau ertüchtigt werden.

Die Bürgerinitiative fordert daher unverändert, die Westring-Kaskade dem jeweiligen Wasserangebot angepasst zu steuern und gegebenenfalls auch zeitweilig abzustellen.

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Flächenland

Unter meinen Büchern habe ich es zunächst nicht wiedergefunden, so schmal ist der Buchrücken. „Flatland“, mal Flächenland, mal Flachland übersetzt, ist schnell gelesen. 162 Seiten hat die von mir gewählte Ausgabe vom Verlag Traugott Bautz. Großer Abstand zwischen den Zeilen, unten viel Luft.

Lässt man die Details aus, ist die Geschichte auch schnell erzählt. Der Bewohner eines Landes, in dem es nur zwei Dimensionen gibt, bekommt Besuch aus der dritten. Aus einem „Oben“ heraus, das es in seiner Welt eigentlich nicht gibt, besucht ihn eine Kugel. Sie erscheint zunächst als Punkt, dann als Kreis, der immer größer wird. Dann wird der Kreis wieder kleiner bis zum Punkt und verschwindet. Die Kugel erklärt dem verdutzten Bewohner die dritte Dimension, ja nimmt ihn sogar mit auf eine Reise da hinein, in deren Verlauf er sein ganzes Flachland von oben betrachten kann. Aber als er zu philosophieren beginnt, es müsse dann ja auch noch eine vierte und weitere Dimensionen geben, wirft ihn die Kugel wütend zurück in seine zweidimensionale Welt.

Dem Bewohner fällt es schwer, das Erlebnis zu verarbeiten. Er versucht, seinen Landsleuten die Existenz einer dritten Dimension zu erklären, wird nicht verstanden, zum Aufrührer und Verrückten erklärt und letztlich eingesperrt. Im Gefängnis besucht ihn nur noch sein Bruder, der jedoch die dritte Dimension auch nicht begreift.

Die Beschreibung der Verhältnisse in Flachland ist eine beißende Satire auf vergangene und je nach Blickwinkel auch heutige Zeiten. Auch von einer Erfindung, einem daraus resultierenden Aufstand und dessen Niederschlagung wird berichtet. Das Buch erlebte bereits im Jahr 1884 seine zweite Auflage und liest sich dennoch auch heute spannend.

Entscheidend ist die Botschaft: Was wir nicht begreifen, kann es dennoch geben. Wer das leugnet, bringt möglicherweise Unrecht über andere und raubt sich selbst Chancen und Hoffnung auf Rettung und Entwicklung. Gerade die letzten zwei Jahre lehrten mich auf viel einfacherer Ebene als der vieler Dimensionen, wie schnell für unmöglich Gehaltenes wirksam und wahr werden kann.

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Der Stausee Friemar

Abendlicher Blick auf den Stausee von der Dammkrone der Staumauer aus.
Der Stausee Friemar in der Abendsonne. Hier der Blick von der Dammkrone der Staumauer aus.

Ruhe finden. Zehn Kilometer nordöstlich Gotha liegt der Stausee Friemar, auch Immertal-Stausee genannt. Keine Motorboote, kein Lärm am Strand. Nach rund dreieinhalb Kilometer hätte man ihn, zu Fuß oder mit dem Fahrrad, einmal umrundet. Ortsnah bei Friemar gibt es Parkplätze an der Gaststätte „Am Stausee“ und einen Spielplatz. Arbeitseinsätze Friemarer Einwohner und die Gemeinde sanierten ihn. In das Wasser führt ein Steg, doch die wenigen Ruderboote sind abseits davon verankert und es gibt keinen Bootsverleih. Vor allem Angler nutzen das Gewässer. Häufiger begegnet man Spaziergängern auf der Dammkrone. Wenn die Sonne auf oder untergeht und es windstill ist, spiegeln sich die Baumreihen auf der ruhigen Wasseroberfläche.

Deren Ausdehnung schwankte in den letzten Jahren stark. Der Verein „Angler-Treff“ aus Gotha gibt auf seiner Homepage 24 Hektar an. Doch Ende 2020, Anfang 2021 drohte der See zu verlanden. Wie damals die regionale Tageszeitung Thüringer Allgemeine unter Berufung auf den Verein berichtete, war der Normalpegel des Sees von 4,33 Meter Wassertiefe auf 1,50 Meter gesunken. Die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW) als Eigentümer des Speichers gab für Mitte Januar 2021 einen Pegel von 2,37 Meter an. Das Stauvolumen war laut Angler-Treff auf 90.000 statt 440.000 Kubikmeter gesunken. Für Mitte Januar 2021 gab die TFW 107.000 Kubikmeter an.

Abendstimmung am Stausee, vom Steg aus gesehen.
Abendstimmung am Stausee, vom Steg aus gesehen.

Der einzige nennenswerte Zulauf zum Speicher kommt von der Immer aus Richtung Tröchtelborn. Bevor Tröchtelborn an die zentrale Kläranlage in Gotha angeschlossen wurde, seien noch erhebliche Mengen Wasser aus Einzelkläranlagen in den Stausee geflossen. Jetzt ist es nur noch das Regenwasser, das im Ort in die Immer geleitet werde, stellte der Verein damals fest. Die Quelle der Immer selbst bringe nur noch wenig Wasser in den Bachlauf, auch sei der Grundwasserspiegel enorm gesunken. Damals verlandete sogar das auf der Fläche des Stausees gelegene Vogelschutzgebiet. Der Angler-Treff, der erheblich in den Fischbesatz und die Wasserqualität investiert hatte, schlug Alarm. Die TFW unterstützte finanziell 2021 und 2022 Baggerarbeiten, den Wasserzulauf zu verbessern. Die Angelsportfreunde trugen mit Arbeitseinsätzen bei. Hilfreich waren auch etwas größere Niederschlagsmengen. Inzwischen steigt das Wasser ganz allmählich wieder. Damit bekommt der Speicher auch optisch wieder mehr Reiz. Der Angelverein nimmt alle 14 Tage Wasserproben, um die Qualität zu sichern.

Ergänzung, bezogen auf den 29. September 2022

Zwischenzeitlich war der Wasserstand des Stausees Friemar wieder gesunken. Grob geschätzt halbiert hatte sich damit erneut das Stauvolumen. Die Niederschläge Ende September 2022 haben noch nicht viel gebracht, etwa 3,10 Meter sind am Schieberturm abzulesen. Das eigentliche Stauziel, 4,33 Meter, ist nicht erreicht.

Der Schieberturm am Abend des 9. September 2022.

 

Der Stausee aus etwa 500 Meter Höhe gesehen.

Am 23.04.2023 in der Wasserstand, soweit am Schieberturm abzulesen, ein paar Zentimeter gestiegen.

3,50 Meter am Schieberturm nahe der Staumauer. Noch Ende März 2023 waren es nur 3,14 Meter. Der Pegel fiel laut Auskunft der Thüringer Fernwasserversorgung seit Mai 2022. Offenbar haben die reichlichen Niederschläge im April etwas gebracht.
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